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 Gremmerup Gremmerup liegt in der Region Nordangeln im schleswigholsteinischen
Landkreis Schleswig-Flensburg und ist ein Straßendorf mit einer gradlinigen
Dorfstraße. Im nördlichen Oberdorf liegen die älteren Bauernhäuser, wegen ihrer
schmalen, länglichen Hofplätze mit der Giebelseite zur Dorfstraße. Das etwas
tiefer gelegene Unterdorf Nedderby besteht aus kleinen Häusern und
Neubauten.
Die Gemeinde Gremmerup wurde 1869 gegründet und war bis zur Eingliederung in
die Gemeinde Husby 1970 eine eigene Gemeinde. Die höchste Einwohnerzahl (408 Menschen) wurde im Jahre 1946 verzeichnet.
Der Name Gremmerup
Der Überlieferung zufolge stammt der Name
Gremmerup aus dem dänischen und wandelte sich im Laufe der Jahrhunderte. So
sprach man 1450 von Grymmedorp ("Dorf des Grimi"), um 1538 aber bereits von
Grimmerup (plattdeutsch: Chremmerup).
Vorgeschichtliches
Anhand von Ortsnamen läßt sich die Besiedlungsgeschichte Angelns gut
rekonstruieren. Dörfer, deren Ortsname sich aus einem Personennamen und der
Endung "-by" zusammensetzen, sind Gründungen aus der Wikingerzeit 800-1050. Im
10. Jahrhundert entstanden Ausbaudörfer und Tochtersiedlungen, deren Ortsnamen
auf -thorp, -toft oder -böl enden, und man geht davon aus, daß aufgrund
der vielen frühen Ortsnamen Angeln um 1200 verhältnismäßig dicht besiedelt
gewesen ist. Gremmerup war gemäß einer Überlieferung um 1450 als "Grymmedorp"
und "Grymtorp" (Dorf = altdänisch "thorp", des Grimi = altdänischer
Personenname) bekannt. [Lit.: W. Laur, 1992, 282;
Angelns älteste Ortsnamen, Jb. Angeln 1950, 133;. Jb. Angeln 1968, 31 .]
Ab 1600 sprach man bereits von "Grimmerup" oder "Grummerup". "Grum"
bedeutete soviel wie das Ende eines Gewässers, und in Gremmerup dehnte sich
damals in der heutigen Niederung eine weite Wasserfläche aus, der sogenannte
Wodansee. Das höher gelegene Land war jedoch von Urwald bedeckt.
Für den Norden der Landschaft Angeln war Husby zur Wikingerzeit ein
Mittelpunkt, vielleicht sogar ein heidnisches Kultzentrum. Schätzungsweise wurde
Gremmerup im 7. und 8. Jahrhundert vom Urdorf Husby aus besiedelt. Husby lag am
Kreuzungspunkt zweier bedeutender Handelswege, von denen der wichtigere von
Haithabu über Husby nach Holnis und damit nach Nordschleswig führte. Husby war
ein bedeutendes Hardeszentrum mit nicht geringer Ausstrahlungskraft geworden,
hier befand sich der Sitz eines mächtigen Herrn (Hardesvogt, Lehnsmann des
Königs o.ä.), und hier waren die Thingstätte und der Galgenberg (südlich und
westlich der heutigen Kirche).
In der Gemarkung Gremmerup/Rosgaard lag ein See oder Sumpf ("Wonsdam" oder
"Wonskiaer"), der dem Wodan-Odin geheiligt war. Neben diesem Gewässer befand
sich ein heiliger Wald ("Helleskov"). Helledal - das heilige Tal - führte nach
dem Roßhof (Rosgaard), wo die heiligen Rosse für Opfer und Weissagungen gehalten
wurden. So ist also in dieser Gegend der Mittelpunkt zumindest der Harde in der
heidnischen Zeit der Angeln zu suchen.
Im Jahre 1739 fand man in Gremmerup beim Pflügen auf einer zugehörigen
Katenkoppel 314 ganze und zahlreiche zerbrochene silberne Pfennige mit einem
Gesamtgewicht von 135 Gramm, die alle in der Wikingerzeit zwischen 940 und 980
in Haithabu geprägt wurden. Es handelte sich um den bedeutendsten
MünzfundMünzen Angelns. Die 26 besten erhaltenen werden im königlichen Münzkabinett in Kopenhagen
aufbewahrt.
Am westlichen Dorfrand von Husby (Sportplatz) fand man 1955
beim Siedlungsbau ein Urnenfeld aus der Zeit 600 vor bis Chr. Geburt. Bis zum
Jahre 1960 wurden hier insgesamt etwa 1300 Urnen ausgegraben. Sensationell war
der Fund eines Wagengrabes, von dessen Art nur drei bekannt sind. Das Grab lag
am Nordrand des Urnenfeldes, abgesondert von allen anderen Beisetzungen. Der
Tote, aufgrund der Beigaben vermutlich von fürstlichem Stand, war offensichtlich
mit dem Wagen verbrannt worden. Von dem Wagen hatten sich nur die metallenen Beschläge erhalten. [Lit.: Röschmann 1963, 333,338. K. Raddatz. Das Wagengrab der jüngeren vorrömischen Eisenzeit von
Husby, Offa Bd. 20, 1967. Husby 1976, 13.]
Gremmerup
Husby
Landhaus Riebe
Nedderby
Schleswig Flensburg
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